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KULTUR UND KUNST

Das Krakauer Nationalmuseum (poln. Muzeum Narodowe w Krakowie) wurde kraft des Beschlusses des Rates der Stadt Krakau am 7. Oktober 1879 gegründet.

Am Anfang umfasste das Museum zwei Räume im Obergeschoss der Krakauer Tuchhallen (Sukiennice) in der Mitte des Krakauer Marktplatzes.

Die Sammlungen des Museums wuchsen dank großzügiger Schenkungen. Sie umfassten Werke der Malerei, Graphik, Bildhauerei, des Kunsthandwerks, sowie eine Münzsammlung.

Das Museum erhielt neue Ausstellungsräume in historischen Gebäuden, u.A. in Wohnhäusern verstorbener Krakauer Künstler.

1934 wurde der Bau des neuen, modernen Museumgebäudes begonnen. Die ersten Räume wurden erst 1970 übergeben, die endgültige Fertigstellung erfolgte 1990.

Das Nationalmuseum betreibt neben dem Hauptgebäude (Aleja 3 Maja 1) mehrere Zweigstellen:

Die Galerie der polnischen Kunst in den Tuchhallen (Sukiennice) - Die Krakauer Tuchhallen - (poln. Sukiennice) befinden sich in der Mitte des Ringplatzes in Krakau.

Sie wurden im Mittelalter von König Kasimir dem Großen errichtet. Im Jahre 1555 fiel der gotische Bau den Flammen zum Opfer. Beim Wiederaufbau erhielten die Tuchhallen ein Tonnengewölbe und eine umlaufende Attika mit flachen Arkaden und Maskaronenköpfen nach dem Entwurf des Italieners Santi Gucci. Es wurden auch Loggien nach dem Entwurf von Giovanni Maria Padovano errichtet.

Im Jahre 1601 wurde ein Durchgang in der Mitte des Gebäudes durchgebrochen.

In den Jahren 1875-1878 wurden die Tuchhallen gründlich nach dem Entwurf des Architekten Tomasz Pryliñski umgebaut. An den Längsseiten wurden neugotische Arkaden mit von Jan Matejko entworfenen Säulenkapiteln angefügt. Im Obergeschoss entstanden Ausstellungsräume, die den ersten Sitz des Krakauer Nationalmuseums bildeten. Auch heute befindet sich dort die Galerie der polnischen Malerei des 19. Jahrhunderts.

Das Emmerich-Hutten-Czapski-Museum (ul. Pi³sudskiego 10-12) - Das Emmerich-Hutten-Czapski-Museum in Krakau, ul. Pi³sudskiego 12, ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums. Das Museum ist der Münzsammlung des Grafen Emmerich Hutten-Czapski (1828-1896) gewidmet.

Der in Stañków (Weissrussland) geborene Graf Hutten-Czapski stand fast 30 Jahre lang bis 1879 im Dienste des Zaren Alexander II. Als Katholik polnischer Abstammung wurde er in St. Petersburg immer öfters schikaniert. Er kehrte in sein Erbgut Stañków heim und widmete sich der Pflege seiner Münzsammlung. Er verkaufte die Sammlung russischer Münzen an den Kronprinz Georg Michajlowitsch und beschäftigte sich seitdem ausschließlich mit den 1854 vom Grafen Tyszkiewicz erstandenen polnischen Münzen.

Graf Hutten-Czapski verließ 1894 Russland und siedelte nach Krakau über. Er kaufte das 1884 errichtete Haus als seine Residenz. Neben ihm ließ er ein Gebäude für seine Münzsammlung errichten. Leider erlebte er die Eröffnung des Ausstellungsgebäudes nicht. Seine Erben haben die Sammlung 1903 der Stadt Krakau übergeben. Ein Jahr später wurde die Münzsammlung zur Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums erklärt. Die von den Erben des Grafen abgekaufte Residenz wurde zum Museumsbau umgestaltet.

Die Münzsammlung wurde dank großzügiger Spenden Krakauer Bürger ständig erweitert. Hinzu kamen Gegenstände des Kunsthandwerks, Bilder, Porzellan usw. Nach Kriegsausbruch 1914 wurden die Münzen in Fässern verstaut und vergraben. Das Museum wurde 1917 wiedereröffnet. Die Familie Hutten-Czapski kümmerte sich weiterhin um das Museum und spendete Geld und Kunstgegenstände.

Während des Zweiten Weltkrieges erlitten die Sammlungen viele Schäden. Nach Kriegsende wurde eine gründliche Renovierung und Neueinrichtung des Museums nötig. Die Bauarbeiten dauern noch weiter. Deswegen ist der Besuch des Museums nur nach telefonischer Verabredung möglich. Es ist eine Errichtung eines modernen Museumsgebäudes für 2013 geplant.

Das Jan-Matejko-Haus (ul. Floriañska 41) - Das Jan-Matejko-Haus in Krakau, ul. Floriañska 41, ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums.

Es ist dem Maler Jan Matejko (1838-1893) gewidmet, der dort geboren ist und sein ganzes Leben dort verbrachte.

Das Haus wurde im 16. Jahrhundert errichtet und wurde mehrmals im 17., 18. und 19. Jahrhundert umgebaut. Im Jahre 1872 hat Jan Matejko gemeinsam mit dem Architekten Tomasz Pryliñski eine neue Fassade entworfen.

Zwei Jahre nach dem Tode des Malers hat die Jan-Matejko-Gesellschaft das Haus samt dem Teil der Sammlungen von der Familie des Verstorbenen gekauft. Am 1. Mai 1896 wurden die ersten Räume dem Publikum zugänglich gemacht.

Im Jahre 1904 wurde das Jan Matejko Haus zur Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums erklärt.

Auf dem 1. Obergeschoss befinden sich die Wohnräume der Familie Matejko, am 2. Obergeschoss sein Geburtszimmer, auf dem 3. Obergeschoss das Atelier Matejkos.

Das Stanis³aw-Wyspiañski-Museum (ul. Szczepañska 11) - Das Stanis³aw-Wyspiañski-Museum Krakau wurde am 28. November 1983 im Wohnhaus Kanonicza-Straße 9 als Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums eröffnet. An der gleichen Straße wohnte der Künstler elf Jahre lang. Schon im Jahre 2002 musste das Museum wegen der Eigentumsansprüche des Krakauer Bistums geschlossen werden. Seit April 2004 ist das Museum im neuen Sitz im Szo³ayski-Haus am Szczepañski-Platz tätig.

Die Sammlungen des Wyspiañski-Museums umfassen u.a. die nicht ausgeführten Entwürfe für Glasfenster für die Krakauer Wawel-Kathedrale, die der Künstler dem Nationalmuseum noch 1901 übergeben hat. 1920 kamen Wyspiañskis Werke aus der Sammlung des Kunstliebhabers Felix "Manggha"-Jasieñski hinzu.

Die Sammlung gilt als die umfangreichste in Polen. Neben den Bildern (hauptsächlich Pastellmalerei) werden Entwürfe für die Glasfenster der Krakauer Franziskanerkirche und des Ärztehauses, Bühnenbilder, Möbel (u.a. für Tadeusz Boy-¯eleñski entworfen) sowie Lichtbilder und Kleinigkeiten aus der Familiensammlung gezeigt.

Das Czartoryski-Museum (ul. ¶w. Jana 19) - Das Czartoryski-Museum in Krakau wurde 1796 von Fürstin Izabella Czartoryska gegründet und ist das älteste Museum Polens. Es ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums. Das Czartoryski-Museum befand sich ursprünglich in Pu³awy, der Residenz der Fürsten Czartoryski, und entstand als Schatzkammer für die königlichen Juwelen sowie Kriegs- und Krontrophäen, aber auch als Sammlung von Kunstwerken, wie Gemälden, Kunst- und Militärhandwerk sowie Erinnerungsstücken berühmter Persönlichkeiten. Militaria, Regalien und Dokumente wurden im sogenannten Sibyllentempel untergebracht und die Gemälde, das Kunsthandwerk sowie die Raritäten fanden im Gotischen Haus ihren Platz.

Das Karol-Szymanowski-Museum in Zakopane - Das Karol-Szymanowski-Museum in Zakopane, ul. Kasprusie 19, ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums.

Der Komponist Karol Szymanowski (1882--1937) wohnte dort in den Jahren 1930 und 1935. Der Aufenthalt in Zakopane sollte ihm die Heilung der Tuberkulose bringen.

Die hölzerne Villa im Stil der Góralen-Baukunst wurde 1895 von Józef Kaspru¶-Stoch als Gasthaus errichtet. Der Musikkritiker Jerzy Waldorff sammelte Spenden zum Kauf der Villa und 1974 konnte die Villa dem Nationalmuseum in Krakau zur Schaffung eines Museums übergeben werden. Das Szymanowski-Museum ist seit 1976 tätig. Das Arbeitszimmer des Komponisten wurde möglichst originalgetreu arrangiert. Die übrigen Räume, die früher als Mietswohnung dienten, wurden mit Möbeln aus der Epoche ausgestattet. In Vitrinen sind Auszeichnungen des Komponisten sowie die von ihm benutzten Gegenstände gesammelt. Es werden auch zwei von Witkacy (Stanis³aw Ignacy Witkiewicz) gemalte Porträts ausgestellt.

Das Józef-Mehoffer-Haus (ul. Krupnicza 26) - Das Józef-Mehoffer-Haus (polnisch: Dom Józefa Mehoffera) in der Ulica Krupnicza 26 in Krakau ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums. Es ist dem Maler Józef Mehoffer (1869-1946) gewidmet, der es 1932 erworben hatte.

In dem Haus wurde 1869 auch Stanis³aw Wyspiañski geboren. Die Familie Mehoffer bewohnte das Haus auch in der Nachkriegszeit. Mehoffers Sohn Zbigniew schlug vor, das Haus in ein Mehoffer-Museum umgestalten. 1979 wurden die Bauarbeiten begonnen, 1986 beendet. Zbigniew Mehoffer starb 1985, sein Sohn Ryszard führte das Projekt weiter. Die Familie Mehoffer übergab das Gebäude dem Krakauer Nationalmuseum. 1987 wurde das Haus mit Möbeln und Kunstgegenständen ausgestattet. Das Museum erhielt als Dauerleihgabe Skulpturen, Kirchenfenster, 120 Ölgemälde und Zeichnungen, Entwürfe von Wandmalereien, sowie eine Sammlung japanischer Holzschnitte.

Das Museum umfasst 16 Räume mit einer Ausstellungsfläche von 400 m2.

Der Erasmus-Cio³ek-Bischofspalast (ul. Kanonicza 17) - Der Erasmus-Cio³ek-Bischofspalast in Krakau, ul. Kanonicza 17, ist eine Zweigstelle des Krakauer Nationalmuseums. Das Gebäude entstand 1505 aus zwei verbundenen Bürgerhäusern. Es wurde für den Bischof von P³ock, Erasmus Cio³ek, (1474-1522) errichtet. Über dem Eingang befindet sich ein Wappenschild mit dem Staatsadler und dem Buchstaben "S' als der Initiale des Königs Sigismund des Alten. Nach dem Tode des Bischofs Cio³ek wurde hier die Residenz des Bischofs Piotr Tomicki und danach des Kardinals Jerzy Radziwi³³ eingerichtet.

Während der österreichisch-ungarischen Herrschaft verwahrloste das Gebäude, Architekturdetails wurden abgebrochen oder beschädigt. Das Haus wurde Sitz verschiedener Ämter.